"Der Malteser verhält sich sehr sozial und ist ganz auf den Menschen fixiert." (Auszug 1 aus einem Interview)

 

Wie hat Ihre Leidenschaft für Hunde eigentlich begonnen? Hatten Sie schon in der Kindheit einen Bezug zu Hunden oder kam das erst später durch ein bestimmtes Erlebnis?

In meiner elterlichen Familie war es selbstverständlich, dass wir Kinder einen Bezug zu Tieren aufbauen durften. Zunächst hielten unsere Großeltern schon immer Tiere, so dass unsere Eltern selbst in ihrer Kindheit und Jugend mit Tieren groß wurden. Wir selber besaßen immer ein größeres Aquarium und einen Zwergpudel namens Sissi. So gesehen, war es schon vorprogrammiert, dass wir uns dann zur gegebenen Zeit auch Haustiere anschaffen wollten. Begonnen hat das Ganze mit einem Aquarium, da wir anfänglich zur Miete wohnten. Hier war das Halten von Hunden verboten. Erst nach dem Bau eines Eigenheimes, konnten wir uns dann einen Hund zulegen. Der Malteserrüde Fidel war der erste Hund mit dem unser heutiges Hobby begann. Leider hatten wir mit ihm großes Pech, denn dieser kastrierte Rüde zeigte all jene Fehler, die ein Malteser nur haben konnte. Heute genießt Fidel bei uns ein Rentnerdasein. Mit ihm hätten wir niemals einen Ring auf einer Show betreten dürfen.
Da wir inzwischen zu wissen glaubten, worauf man denn bei einem Malteserkauf zu achten habe, legten wir uns einen zweiten Rüden zu, den wir dann auch bei einer anderen Züchterin kauften. Aber auch hier, war nicht alles Gold was glänzte. Mit der Zeit wussten wir auch um jene Sachverhalte Bescheid, die ganz wichtig bei der Auswahl eines Malteserwelpen waren. So bekamen wir nach und nach vier Rüden, deren Auswahl unter Berücksichtigung aller erdenklichen Kriterien immer gezielter vorgenommen wurde. Züchten wollten wir bis dahin niemals. Wir steckten uns einfach das Ziel, auf den unterschiedlichsten Hunde-Ausstellungen möglichst erwähnenswerte Erfolge zu erringen.
Auf diesen Veranstaltungen bildeten sich dann auch Freundschaften zu anderen Teilnehmern. Dabei wuchs uns dann eine Züchterin so ans Herz, dass wir uns gegenseitig regelmäßig besuchten. Hier lernten wir dann hautnah das Züchterleben kennen und sahen bei ihr regelmäßig wie die Malteserwelpen heranwuchsen. Es war immer wieder ergreifend zu beobachten, wie die Kleinen spielen und schmusen wollten. Dabei wurde unser Herz immer weicher und wir stellten ernsthafte Überlegungen an, wie wir für uns einen solchen Traum realisieren könnten. Dazu nahmen wir zunächst gezielt alle Hürden, die im Idealfall für einen strebsamen Züchter zu nehmen sind. Die regelmäßige Teilnahme an Seminaren wurde jetzt selbstverständlich. Ebenso haben wir dann alle wissentlichen und räumlichen Vorbedingungen geschaffen, die für eine veterinäramtliche Zulassung erforderlich waren. Als wir dann diese Hürden gleich zweifach genommen hatten, war jenes Ziel erreicht, welches man als autorisierter Züchter vor einem Zuchtbeginn zu nehmen hat.

Sie haben Ihr Herz an den Malteser verloren. Können Sie uns beschreiben warum? Was macht diese Rasse für Sie so besonders, wie lässt sie sich beschreiben?

Der Malteser verhält sich sehr sozial und ist ganz auf den Menschen fixiert. Wir verstehen und sehen ihn wie ein Menschenkind, das immer in der Nähe seiner Eltern sein möchte. So sucht der Malteser regelmäßig den Blickkontakt, um uns Menschen zu verstehen. Er liest einem förmlich aus den Augen, wobei man spürt, dass er jede emotionale Regung registriert. Dabei erkennt er sofort, ob es einem gut, oder auch mal schlecht geht. Schon der erste Blick in der Früh` ist prüfend, als wollte er fragen „Und wie bist du heute drauf, ist alles klar?“ Das Schmusen gehört bei ihm genauso zum Alltag, wie das Spielen. Wenn man sich dann mal hinsetzt, will er entweder direkt an den Füßen Position beziehen, oder sogar auf den Schoß kommen. Er sucht immer wieder die menschliche Wärme, kann trotz allem aber auch geduldig alleine bleiben und auf einen warten. 
Die hygienischen Aspekte bei einer Malteserhaltung sind aber ebenso erwähnenswert. So haart sich ein Malteser nicht mehr als ein Mensch, denn er besitzt kein Fell, das sich je nach Jahreszeit verändert. Ein Punkt, der für Allergiker wichtig ist. Ich reagiere selber bei anderen Hunderassen hochgradig allergisch, kann aber ohne Probleme mit unseren Maltesern gemeinsam die Wohnung teilen. Wenn der Malteserhalter seinen kleinen Freund regelmäßig pflegt, wird er in der Wohnung überhaupt keine unangenehmen Gerüche haben. So bekommen wir immer wieder von Besuchern unserer Zucht zu hören, dass man überhaupt keine Hundegerüche in unserem Hause wahrnimmt.
Erwähnenswert ist auch die Anpassungsfähigkeit und Genügsamkeit dieser Rasse. Kommt der Malteser zu einem agilen Menschen, dann läuft er liebend gerne mit. Hält er sich dagegen bei einem weniger aktiven älteren Menschen auf, kann er aber auch mit diesem ohne Probleme geruhsam den Tag verbringen. So kann sich der Malteser auch innerhalb eines Tages mehrmals umzustellen. Wenn die jüngeren Familienmitglieder ihn mitnehmen, läuft er dankbar hinterher, kommt er dann zu den Großeltern, ist das für ihn auch ok. Großer Vorteil ist aber auch, dass man mit ihm nicht unbedingt immer Gassi gehen muss, denn ein Malteser kann sein relativ kleines Geschäftchen auch im eigenen Garten oder auf einer Hundetoilette erledigen. 

Welche Anforderungen stellt ein Malteser an seine Haltung und seinen Besitzer? Was sollte man hier unbedingt beachten um den Malteser rasse- und wesensgerecht zu halten und auszulasten?

Da der Malteser Haare besitzt, sollte man dieses regelmäßig kämmen, damit es nicht verfilzt oder auch vor Schmutz verklumpt. Ob man ihn nun langhaarig oder lieber kurz geschoren hält ist letztlich Ansichtssache. Das Baden eines Hundes nimmt man eher umständebedingt vor. Wenn es der Malteser gewöhnt ist, lässt er sich auch gerne baden. Allerdings ist es ratsam, anschließend sein Haar gut trocken zu föhnen und dabei durchzubürsten. Der Malteser kann sich nicht, wie bei vielen Hunderassen üblich, trocken schütteln. Deshalb sollte man vermeiden, dass er in der kalten Jahreszeit unnötig nass wird. Ein gut gepflegter Malteser ist vollkommen geruchsneutral. So ist es nicht verwunderlich, dass es viele Hundehalter gibt, die ihn mit ins Bett nehmen, was natürlich Ansichtssache ist. Andere stellen für ihren Hund im Schlafzimmer ein Körbchen als Schlafgelegenheit bereit. Selbstverständlich kann man den Kleinen von Anfang an daran gewöhnen, die Nacht auch in einem anderen Zimmer zu verbringen. 
Da der Malteser ein Familien- und Begleithund ist, strahlt er im Gegensatz zu einem Terrier eher Ruhe aus. Wenn aber im Hause Hektik herrscht, wird er dabei ebenso freudig mitmischen. Der Malteser kann in der Wohnung gehalten werden und sich hier wie ein Familienmitglied wohl fühlen. Im Allgemeinen muss nicht alles weggeräumt werden, da er in der Regel nichts beschädigt. Seine Lieblingsspielzeuge sind die Hausschuhe und kleine Kauknöchelchen, mit denen er sich gerne und ausgiebig zu beschäftigen weis. So fordert er gerne einen unmissverständlich zum Spielen auf, indem er sein Spielzeug bringt. Dabei schaut er einen an und beginnt mit der Rute zu wedeln oder bellt ganz verhalten. Er signalisiert durch dieses Verhalten, dass man sein Spielzeug wegwerfen soll, damit er es schnell wieder bringen kann, oder er möchte damit einfach nur Aufmerksamkeit erwecken.(Beachten Sie die Folgeseite mit Empfehlungen zum Malteserkauf.)

Link zu dem Originalinterview

Hobbymap.de